Mut für Experimente – Wie Sie spielerisch Ihre Mitarbeiter und Ihre Organisation entwickeln können.

„Wie spielerisch ist eine Organisation? Dies lässt sich ganz einfach anhand einer Formel messen: die Zahl der Fragen pro Tag multipliziert mit der Häufigkeit des Lachens.“ nach Paul Iske

 

In unserem Management- und Führungsverständnis betonen wir schon lange eine immer komplexer werdende Welt verbunden mit turbulenteren Zeiten. VUKA (Volitilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) ist in aller Munde und scheinbar ist der Umgang damit nicht schwer – doch realistisch betrachtet versuchen wir dessen Bewältigung mit „mehr Desselben“. Im Sinne gewohnter und vertrauter Musterverstärken wir Vorgaben, Kontrollen, Standards und Beschleunigung.

Doch zum erfolgreichen Umgang mit Komplexität sind neue Muster gefragt, die Unsicherheit und Vielfalt akzeptieren und sogar bewusst födern.

Experimente – die „sichere Einführung der Unsicherheit

 

Beim klassischen Vorgehen in Projekten und Maßnahmen wird der Fokus auf langfristige Planung und eine sehr enge Vorstrukturierung gelegt. Dabei zeigen viele Studien und Erfahrungen aus der Praxis, dass klassische Veränderungsprojekte zu zwei Drittel scheitern!

Hier zeigt sich das Experiment als mustererweiternde Alternative, welche nicht dogmatisch vorstrukturiert ist, sondern als spielerische Variante mit offenem Ergebnis zu Unsicherheit und Irritation führen kann.

Es erfordert den Mut der Führung, sich bewusst auf einen Prozess mit unsicherem Ende einzulassen und gemeinsam mit den Mitarbeitern neue Erfahrungen machen zu wollen.

„Experimente sind die besseren Projekte, vor allem dann, wenn es um Menschen geht.“  Dirk Osmetz

Experimente sind mutig, ergebnisoffen, dürfen scheitern und nutzen bewusst das menschenorientierte Muster des „spielerischen Lernens“. Dabei sind Experimente keine chaotischen Versuche, sondern schaffen innerhalb eines Rahmens die Möglichkeit für eine Entwicklung der Mitarbeiter und der Organisation.

 

Experimente: Erfahrungen, die entwickeln – das 4 S-Modell

„Es werden spielerische Rahmenbedingungen benötigt, die es Menschen erlauben, neue und bedeutsame Erfahrungen zu machen.“ Gerald Hüther

Bekanntermaßen basieren Entwicklungen und verändertes Verhalten (Verhaltensmuster) auf den Einstellungen und Haltungen (Denkmuster).

Nach neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung können sich Haltungen am besten auf Grundlage emotionaler Erfahrungen ändern/erweitern.

 

 

Nach aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien zum Thema Motivation schüttet unser Gehirn Hormone aus, die uns in einen positiven Zustand versetzen. Die Rahmenbedingungen dafür sind dieselben, die auch für die Gestaltung von Experimenten gelten:

 

  • das, was wir tun, hat und macht Sinn– es ist inspirierend und bedeutsam
  • die Menschen können damit ihre Stärken einbringen und entwickeln
  • das gemeinsame Tun macht Spass und Freude und findet in einem FLOW-Zustand statt und
  • das Vorgehen basiert auf einer spielerischen Leichtigkeit.

Gerade der spielerische Aspekt ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, da er ein neues Muster und damit ein anderes und menschenbasiertes Vorgehen für Entwicklungen erzeugt. Spielen entspricht der menschlichen Natur, fördert Motivation und Kooperation und ein Spiel (Spielen + Regeln) bildet den Rahmen für „systematische Experimente“ zur Entwicklung der Mitarbeiter und der Organisation.

 

„Management“ von Experimenten – eine Erweiterung alter Muster

Vorher wurde mehrfach erwähnt, dass Experimente nicht chaotisch und komplett ungesteuert, sondern auch innerhalb eines Rahmens und einer Grundsystematik umgesetzt werden. Hierzu kann ein wohlbekanntes Modell aus dem klassischen Management genutz werden – allerdings mit einem neuen, erweiterten Blickwinkel: der bekannte Deming-Keis „Plan Do Check Learn“.

Mit dem Hintergrund des spielerischen Improvisierens, der Offenheit mit Selbstorganisation und der praktischen Antwort auf unsere komplexe Welt entstehen ein neues Verständnis und daraus ein neues Vorgehen:

  • aus dem Plan(Vorgabe, enge Struktur) wird eine Hypothese(Idee, Vision, Sinn)
  • aus dem Do(Plan korrekt umsetzen) wird ein Experiment(Ausprobieren, Testen)
  • aus dem Check(Kontrolle) wird ein Feedback(Antwort des Systems) und
  • aus dem Act(Korrektur) wird ein Lernen(Adaption, Flexibilität).

Erfolgreiche Experimente

Wie sinn- und erfolgreich Experimente sein können, zeigen viele Beispiele aus der Praxis von unterschiedlichsten Organisationen und Branchen.

Aus den „Kreativtagen“, bei denen jeder Mitarbeiter pro Woche einen ganzen Tag zur Verfügung hat, sind für Google viele wertvolle Ideen entstanden, aus denen neue Produkte und Dienstleistungen entstanden sind.

Mit einen „offenen und gläsernen Unternehmen“ auf Basis von Transparenz, Menschlichkeit und Führung kann die Firma Lohmann ein erfolgreiches und nachhaltiges Wachstum generieren.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern und unterstützt durch agile Methoden wie Scrum und Design Thinking schaffte die PSD Bank München einen selbstorganisierten KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) mit kundenbezogenen Prozessoptimierungen.

 

Als praktischer Impuls für Sie: Starten Sie mit der 4 S-Methode für Ihre Selbstführung als auch die Führung Ihrer Mitarbeiter und Teams und fragen Sie sich bei allen Tätigkeiten:

 

Sinn:

  • macht das für mich Sinn?
  • kann ich den Sinn meinen Mitarbeitern vermitteln und sie inspirieren?

 

Stärken:

  • kann ich das?
  • Können das meine Mitarbeiter und/oder habe/werde ich sie befähigen?

 

Spaß:

  • will ich das?
  • wollen das meine Mitarbeiter? macht es ihnen Freude?

 

Spiel:

  • kann ich das spielerisch umsetzen?
  • habe ich für meine Mitarbeiter einen spielerischen Rahmen geschaffen?

 

Ein wenig zum „Schmökern“ ?

Wenn Sie weitere Impulse zu diesem Thema möchten, dann finden Sie zum Beispiel Anregungen in folgenden Büchern:

 

  • Kaduk, Osmetz, Wüthrich, Hammer: Musterbrecher
  • Gerald Hüther. Rettet das Spiel
  • Bernhard von Mutius: Disruptive Thinking
  • Jurgen Appelo: How to change the world
  • Frederic Laloux: Reinventing Organizations
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